Eine Aufmunterung für alle bei denen es grad nicht so „läuft“

 

Nein dieser Weg wird steinig und schwer. Ich habe es fast schon geahnt, dass es schwer wird als die Ferse sich das erste Mal meldete aber, dass es so schlimm wird daran habe ich zum Glück nie gedacht. 15 Monate ist „das erste Mal Zwicken“ her. 15 Monate voller Schmerz, Hoffnung, Verzweiflung, wieder Hoffnung, Enttäuschung und wieder Hoffnung denn diese stirbt bekanntlich zu letzt. Zeitweise war ich befreit von der Seuche an der Ferse, aber wer schon einmal das Vergnügen hatte weiß wie hartnäckig so eine Plantarfasziitis sein kann.

Plantarfasziitis ist eine Erkrankung der Aponeurosis plantaris (auch Plantarfaszie genannt), die mit Schmerzen an der Fußsohle am Übergang zur Ferse einhergeht“

„Üblicherweise klagen Patienten über Schmerz im zum Inneren gelegenen (medialen) Teil der Sohle der Ferse, der am stärksten morgens nach dem Aufstehen oder nach längeren Ruhepausen ist“

Ich glaube ich kenne jeden einzelnen Artikel im Internet über diese fiese Verletzung auswendig. So kenne ich mittlerweile auch jede Therapieform dafür persönlich und die meisten Therapeuten in der Region auch per Du.

Doch was Hilft wirklich dagegen? Das ist und bleibt die große Frage und lässt sich nicht allgemein beantworten.

So viel Schmerz und Leid mir die Ferse in den letzten Monaten auch gebracht hat, genauso viel Erfahrung habe ich durch diese Verletzung gewonnen. Ich weiß zu dem einen schmerzfreien Alltag richtig zu schätzen und bin dankbar für jeden einzelnen Kilometer den ich laufen kann und mittlerweile sind das schon wieder echt viele!

Cortison, Stoßwelle, Röntgenreiz, Einlagen Dehnen etc. sind die gängigen Therapiemethoden. Jede Einzelne habe ich ausprobiert und jede Therapieform hat ihre Berechtigung und mildert eventuell die Schmerzen (eventuell auch nicht) aber bekämpft leider nicht den Keim.

Der Keim für jede Verletzung liegt meist nicht an der Stelle die gerade weh tut und ihn zu finden ist wie die Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Mit der Suche habe ich mit dem ersten Zwicken der Ferse begonnen und ganz abgeschlossen ist sie noch nicht, aber so langsam lichtet sich das Heu 😉

Für meine Seuche (so nenne ich die Verletzung ganz liebevoll) habe ich bislang folgende Keime entlarvt.

  • Beweglichkeit.. ein ganz schwarzes Thema bei mir gewesen.. Ein Besen war Beweglicher als ich und das ist kein Witz. Seit Anfang des Jahres steht nun bis zu 4 mal pro Woche Yoga bei mir auf dem Plan. Ich merke tatsächlich Fortschritte und ich merke wie sehr mir auch das beim Laufen hilft. Ein Keim bei mir war wahrscheinlich zu viel Zug auf der gesamten hinteren Muskelkette der in meinem Fall dann irgendwann zu viel für den Sehnenansatz an der Ferse war.
  • Ernährung.. bisschen Obst und Gemüse jeden Tag, passt schon. Ein weiteres schwarzes Thema welches ich bei mir  entdeckt habe, und meinen Horizont in diesem Gebiet dank vielen Gesprächen mit Experten unheimlich erweitern konnte. Auch hier gibt es keine allgemeine Antwort was richtig ist, momentan ernähre ich mich fast vegan und hätte nie gedacht das ich damit zu recht komme, jedoch sehe ich als Sportler viele Vorteile in dieser Ernährungsform. Dazu schreibe ich eventuell mal einen extra Blogbeitrag, da dieses Thema unheimlich tief gehend ist. Das was und wann ist jedenfalls genauso wichtig wie ein strukturiertes Training, wenn man langfristig gesund und leistungsfähig bleiben möchte.
  • Stress.. der absolute Killer schlechthin und auch im mich stressen war ich relativ gut. Stress wirkt meine Meinung nach auf den Körper noch schlimmer als schlechte Ernährung und Besensteifigkeit auf einmal. Gerade durch meine Selbstständigkeit als Laufcoach hatte ich immer das Gefühl mir die Verletzung nicht leisten zu können, es will ja auch niemand zu einem Zahnarzt mit schlechten Zähnen gehen. Und genau das hat mich noch mehr gestresst, da ich um meinen Job bangte. Im Nachhinein kann ich sagen, dass die Verletzung mir beruflich sehr viel gebracht hat! Ich bin mittlerweile ein wandelndes Lexikon über Verletzungsprävention, und -behandlung und habe mein Wissen in sämtlichen Bereichen für gesundes Training in eigenem Interesse unheimlich erweitert.

Richtiges Training besteht also aus viel mehr als gezielter Be- und Entlastung. Jeder hat Baustellen in seinem Körper und die aller Meisten arbeiten wenn überhaupt erst an ihnen wenn sich irgendwas bemerkbar macht.

Das aller Wichtigste was ich aber gelernt habe ist die eigenen Grenzen zu akzeptieren und respektieren. Nur durch eine Akzeptanz der Situation kann man aufhören sich mit Dingen zu stressen, die man momentan nicht ändern kann.

Zeitgleich gibt es aber immer eine Menge Dinge die man ändern kann und genau dazu möchte ich mit meinen Zeilen ermutigen.

Jeder Sportler ist oder wird mal in der Lage sein verletzt oder krank zu sein und nicht das tun zu können was er doch so liebt.

Für mich war es früher immer das aller Schlimmste ausgenockt zu sein und es viel mir unheimlich schwer die Füße still zu halten und die Zeit abzusitzen bis ich wieder laufen durfte.

Wenn man das „Absitzen“ aber nutzt um an den eigenen Baustellen zu arbeiten, vergeht die Zeit nicht nur schneller (und mit besserer Laune), sondern man kommt auch wirklich stärker zurück!

Fazit: Dinge die man nicht ändern kann akzeptieren und für alle Dinge die man ändern kann mit aller Kraft kämpfen!

.. und irgendwann wird alles gut!

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